Gestatten, mein Name ist Köhler

Der Harz war über Jahrhunderte ein angestammtes Bergbaugebiet. Somit wurde viel Holzkohle benötigt und es gab überall Köhlereien. Im 17. Jahrhundert wurden zum Beispiel 25.000 bis 30.000 Kubikmeter Holzkohle für die Jahresproduktion eines Hochofens benötigt. Erst mit Auffinden der Steinkohle wurde die Holzkohle als Brennstoff für die Industrie abgelöst.

Die Holzkohle-Zeit ist nun vorbei, das Köhlerhandwerk faktisch ausgestorben. Holzkohle wird nur noch für unseren Gartengrill und einen kleinen Bereich in der Industrie benötigt und die wird hauptsächlich industriell produziert.

 

Ein Köhlerstandort im Harz hat sich aber erhalten. Die Harzköhlerei Stemberghaus zwischen Hasselfelde und Blankenburg an der B 81.

 

 

Als eine der letzten Köhlereien in Deutschland bietet sie Gelegenheit, die traditionelle Verkohlung des Holzes im Erdmeiler vor Ort kennenzulernen. Im Köhlereimuseum bekommt man einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Köhlerei, es ist einzigartig in Deutschland.

Und es gibt auch noch ein Köhlercamp. Dort können Gruppen (ab 4 Personen) das traditionelle Köhlerhandwerk unter fachkundiger Anleitung erlernen. Sie können ihren eigenen Meiler bauen:

Holz sammeln, Meiler Schichten und abdecken, Meilerwache halten und Kohle ernten.

Ein Abenteuer der besonderen Art.

 

In der großen Köhlerhütte, dem gastronomischen Bereich der Köhlerei, kann man Köhler-spezialitäten, wie Echte Harzer Schiebensuppe, eine Köhler-Brotzeit, deftiges vom Holzkohle-Grill, Räucherkäse und den Köhlertee, ein Kräutertee aus Harzer Kräutern, genießen.

 

Alljährlich findet immer am ersten Wochenende im August das Harzer Köhlerfest mit Musik und Tanz, Handwerkermarkt und Meilerbau statt.

 

© Fotos und Text Bernd Sternal 2007