Der Domschatz von Halberstadt

Der Domschatz von Halberstadt zählt zweifelsfrei zu den bedeutendsten Kirchenschätzen Europas. Was die Bedeutung seiner Textilien betrifft, so kommt er gleich hinter den Schätzen des Vatikans.

Der Wert eines derartigen Schatzes ist schwer in Geld zu beziffern, gibt es doch kaum Vergleichsobjekte. Die Bedeutung dieses Schatzes und damit sein materieller Wert, sind in seiner Komplexität zu suchen. Alle im Mittelalter vertretenen Kunstgattungen sind vertreten – Altarbilder, Skulpturen, Handschriften, Mobiliar, Reliquien, Geschirr und Schmuck aus Bronze, Silber und Gold sowie prunkvolle Gewänder und Teppiche – der Domschatz hat mit über 300 Einzelexponaten von allem etwas zu zeigen.

 

 

Den meisten Eindruck hinterlassen wohl die zwei romanischen Wandteppiche aus dem Jahr 1170,

die als Christusteppich und Abrahamsteppich bezeichnet werden und mehr als neun Meter lang sind. Aber auch andere Stücke, wie das Nikolausreliquiar, in Form einer goldenen Hand aus dem

13. Jahrhundert oder die byzantinische Weihbrotschale aus dem 11. Jahrhundert, wirken nachhaltig auf den Betrachter. Besonders beachtlich ist aber wohl, dass dieser außergewöhnliche Kirchenschatz alle Widrigkeiten der Jahrhunderte unbeschadet überstanden hat und noch heute am Ort seiner Anhäufung zu betrachten ist.

 

 

Und ab sofort präsentiert er sich völlig neu! Alles ist neu beziehungsweise rekonstruiert, restauriert und konserviert. Neue Vitrinen, neue Flächen und Wege, neu erarbeitete, durchgängige Führungen und jede Menge aufschlussreiche Informationen in mehreren Sprachen, machen einen Besuch des Domschatzes zu einem unvergesslichen, kulturhistorischen Erlebnis.

 

Nicht außer Acht gelassen werden sollte auch der zweite Schatz! Der Halberstädter Dom, übrigens auch komplett saniert, ist ein Architekturjuwel von internationalem Rang. Mehr verraten wird hier aber jetzt nicht mehr! Wie sagt doch abgewandelt uraltes Sprichwort – Besuch macht klug.

 

© Fotos und Text Bernd Sternal 2007/2013